Der Hirtenbub kann Philosophus werden

Simplicius‘ Plädoyer für die Welt der Tiere

Der Erste, der den „Ursprung aller Medizin“ bei den Tieren sah, war Simplicius; es hat ihn einfach geärgert, dass die Menschen alles für sich in Anspruch nahmen. Aber was muss man machen, damit man Tiere versteht? Na – selbst eins werden…

 „Mich quälte der Durst…

…und weil ich den Becher vor mir sah, verlangte ich nur den Trunk, der mir auch mehr als gutwillig gereicht wurde; solches war aber kein Wein, sondern ein lieblicher Schlaftrunk, welchen ich ohnabgesetzt zu mir nahm und davon wieder entschlief, sobald er bei mir erwarmt. Den andern Tag erwachte ich, befand mich aber nicht mehr im Bett – ich wurde wach in einem Stall.“ Es war ein „Zaubertrank“, den man ihm gegeben hatte – und der ihn in ein Kalb verwandelte.

(Das Kalb als „Mittler des Heilsgeschehens“ ist uralt; die Vorgeschichte nennt „kalbende“ Götter in Ägypten – mit der Sonne zwischen den Hörnern. Und bei Homer ist es Hera, die „Kalbende“…)

 „Vermeinet ihr Menschen denn wohl, wir Tiere seien gar Narren?“

..sagt Simplicius. „Das dürft ihr euch wohl nicht einbilden! Ich halte dafür, wenn ältere Tier als ich so wohl als ich reden könnten, sie würden euch von Verstand und Wissenschaft etlicher vernünftiger Tier berichten.“  

Dazu Dominik Perler, Professor in Berlin:

 „Tiere haben einen Geist, aber einen ganz anderen als wir. Unsere Sinnesorgane sind im Vergleich zu vielen Tieren verkümmert. Bei meiner Auseinandersetzung mit dem Thema habe ich in Gesprächen mit Tierforschern bemerkt, welche erstaunlichen Fähigkeiten zum Beispiel Vögel besitzen: sie legen Landkarten im Gehirn an, merken sich Verstecke von Lebensmitteln, kommunizieren auf raffinierte Weise miteinander. Man würde sich selber kaum mit einem Vogel vergleichen. Aber wir sind einem Eichelhäher ähnlicher, als wir glauben. Er kann sich merken, wo er Körner versteckt hat, und diese Informationen bei Bedarf verändern.“

Lieber Professor Perler,

danke für Ihre unser Thema betreffenden Ausführungen – wahre Worte! Und was unsere „verkümmerten Sinnesorgane“ angeht, „…ärgert sich die Natur über das Verhalten der Menschen, andere Lebewesen für eigene Zwecke zu gebrauchen – und damit das Ökosystem zu stören.“ Viel zu wenig wehrt sie sich; am liebsten wäre es ihr, der Mensch würde sie mal ruhen lassen.

Sagt ihr doch auch, wenn man euch geärgert hat: „..lasst mich in Ruh“!

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Author: Über die Klugheit der Tiere

Nach langen Wanderungen auf den Jakobswegen (siehe www.jakobsweg-der-freude.info) bin ich jetzt „Anwalt“ kluger Tiere – und am besten fühle ich mich als Teil der Natur...

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