Medicinae antiquitatis

Die aus fünf Büchern bestehende „Materia Medica“ von Pedanius Dioskurides gilt als das wichtigste antike Werk; es entstand im 1. Jh. n. Chr. und bildete bis ins 16. Jh. die Grundlage für die Beschäftigung mit Arzneimitteln aus der Pflanzen- und Tierwelt. Daraus wurde um 512 ein Codex, der das gesamte botanische und pharmazeutische Wissen seiner Zeit enthielt. Und: dem Werk des Dioskurides wurde ein Bildschmuck hinzugefügt, der ihn weltberühmt gemacht hat; die ursprüngliche Fassung war nicht illustriert.

Auch die großen Kräuterbücher der Neuzeit aus der Feder von Jacobus Theodorus Tabernaemontanus und Leonhard Fuchs basieren auf diesem fünfbändigen Werk mit seinen über 1.000 Arzneimittel-Monographien.

Fazit

Erst seit Hippokrates waren Krankheiten nicht mehr „gottgegeben“, sondern hatten eine natürliche Ursache; das wussten die Tiere schon lange…

Credo – in Memoriam Jacq

Plato (400 v. Chr.) und seine „Ideenlehre Theaetet”, Symposion und Phaedo; er kommt zu dem Schluss, dass der Unterschied zwischen Mensch und Tier so etwas wie eine „Seele“ sei, doch der Mensch allein habe die „erkennende Seele“:

„Arg wäre es, wenn Wahrnehmungen nebeneinander lägen wie in einem hölzernen Pferd und nicht alle irgendwo – du magst es Seele nennen oder wie sonst auch immer – zusammenliefen…“

Dabei hätte er nicht auf das hölzerne, sondern auf ein lebendiges Wesen aus Fleisch und Blut schauen sollen. Blinde Philosophen seiner Zeit – sie suchten an der falschen Stelle; bei den Tieren hätten sie alles gefunden, was eine Seele ausmacht: Sozialverhalten, Fürsorge von Vater und Mutter, Liebe und – Treue.

Jacq – mein Hund; er hatte eine Seele, schaute mir in die Augen, er war da – das genügte. Bevor er zu mir kam – in einer schlimmen Zeit – keine Träne; nach 15 Jahren gemeinsamen Reisens lag er in meinen Armen und starb.

Heute habe ich verstanden, wieso ich weinte bei seinem Tod…

Tiere und Menschen haben „eine Geschichte“

In der Steinzeit war das Tier für die Menschen eine wichtige Nahrungsquelle, die verehrt und gewürdigt werden musste; am eindrucksvollsten sieht man das an den Höhlenmalereien.

Manchmal war die „Dankbarkeit“ aber auch Gegenstand kleinerer Kunstwerke – wie dem „Lonetal-Pferdchen“ (siehe hierzu  „Das erste Spielzeug“, Salem Edition 2019).

Es gibt aufgeschriebene Heilkräuterberichte aus dem Alten Ägypten; das älteste Dokument dürfte der „Papyrus Ebers“ sein – datiert um 1600 v. Chr. In diesem Schriftwerk werden Pflanzen und deren medizinische Verwendung aufgelistet.

Quelle: egyptfwd-org
Fazit

Natürlich könnten die Störche dieses Wissen mitgebracht haben auf ihrer Rückreise vom Süden Afrikas nach Europa…

Simplicius kommt zum Schluss

„Ich dürfte schier sagen, daß ihr Menschen eure Künste und Wissenschaften von uns Tieren erlernet habt! Ihr freßt und sauft euch krank und tot, das tun wir Tier aber nicht! Ein Löw oder Wolf, wenn er zu fett werden will, so fastet er, bis er wieder mager, frisch und gesund wird. Welches Teil handelt nun am weislichsten?

Was würdet ihr erst tun, wenn ihr bei und unter den Tieren wohnen und ihre übrigen Handlungen, Tun und Lassen ansehen und betrachten würdet; alsdann würdet ihr erst bekennen, daß es sich ansehen lasse, als hätten alle Tier etwas besonderer eigener natürlicher Kräfte und Tugenden in allen ihren Affectionibus und Gemütsneigungen – als da sind: – in der Vorsichtigkeit, Stärk, Mildigkeit, Furchtsamkeit, Rauheit, Lehr und Unterrichtung.”

Es kennet je eines das ander, sie unterscheiden sich vor einander, sie stellen dem nach, so ihnen nützlich, fliehen das schädlich, meiden die Gefahr, sammlen zusammen, was ihnen zu ihrer Nahrung notwendig ist, und betrügen auch bisweilen euch Menschen selbst.

Dahero viel alte Philosophi solches ernstlich erwogen und sich nicht geschämt haben zu fragen und zu disputieren: „Ob wohl die Tiere nicht auch Verstand hätten?“

Die Vögel wissen es…

Wer sagt den Sommervögeln, wann sie gegen den Frühling zu uns kommen und Junge hecken und gegen den Herbst, wann sie sich wieder von dannen in die warmen Länder verfügen sollen?

Das Zugverhalten der Vögel war etwas, was die Menschen nie richtig erklären konnten; dazu die Bibel im 6.Jh. v.Chr.: „Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Kranich und Schwalbe kehren heim, wenn es Zeit ist.“ So einfach ist das…

Wer führet sie oder wer weiset ihnen den Weg“; wo haben die Vögel das gelernt? Eine perfekte Erklärung dafür gibt es nicht; man nimmt an, dass ihnen wie den alten Seefahrern Sonne und Sterne dabei helfen. „In ihrem Kopf muß sozusagen eine „Landkarte“ gespeichert sein, auf der sowohl ihr Ausgangspunkt als auch ihr Zielort verzeichnet ist“ – sagen die Wissenschaftler. Dabei gehen sie davon aus, dass sie ihren derzeitigen Standort kennen. Das beweisen auch die Brieftauben, wenn sie den Weg zurück zu ihrem Taubenschlag finden. Bei Versuchen brachte man sie irgendwo hin, 1 000 Kilometer weit entfernt; sie waren sage und schreibe nach einem Tag wieder zurück.

Als Zugvögel kennt man Weißstörche, Rauchschwalben, Brachvögel, Kiebitz und Singdrossel, die Feldlerche, Nachtigall und Hausrotschwanz. Los fliegen sie am frühen Morgen, der Storch fliegt zielstrebig nach Südafrika, die Graugans macht öfter Pausen. Es gibt sogar Jungvögel, die das alles nicht von ihren Eltern lernen; junge Kuckucke in Neuseeland finden auf weit entfernte Inseln zu ihren Eltern, die früher abgeflogen sind. Schwarzschnabel-Sturmtaucher fliegen nach Brasilien; die Jungen hinterher, sobald sie fliegen können. Küstenseeschwalben sind was die Entfernung angeht führend; sie brüten am nördlichen Polarkreis und fliegen in die Antarktis.

Fazit

„Finis terrae“ – das war in der Antike und auch noch im Mittelalter das „Ende der Welt“. Die Vögel wussten es besser! Wurde es kalt bei uns, kannten sie auf der anderen Seite des Globus einem Sonnenplatz, wo es sogar ausreichend Futter gab…

Vogelschwärme – ein „Faszinosum “..

Wer führet sie oder wer weiset ihnen den Weg? Sie wissen den Weg ohne euch und wie lang sie darauf müssen wandern, auch wann sie von einem und dem andern Ort aufbrechen müssen; bedürfen also weder eures Kompasses noch eures Kalenders.

Habt ihr schon mal beobachtet, wie hunderte Vögel im Schwarm die Richtung ändern, alle im gleichen Moment; sie malen je nach Sonnenstand und Wetter eindrucksvolle Bilder am Himmel. Bei uns im Naturschutzgebiet „Oberer Linzgau“ kommen im Herbst viele Zugvögel an; es sind Stock- und Kragenenten, Weißstörche und die Saatgans. Plötzlich heben alle ab, bilden Schwärme und fliegen wie auf Kommando nach links oder rechts; dazu die Wissenschaftler:

Vögel im Schwarm reagieren in Sekundenbruchteilen auf Signale ihrer Nachbarn – wie in einem „homogenen“ Körper; dieser Begriff drückt alles aus – siehe Wikipedia: Homogenität – Gleichartigkeit, von verwandter Art – charakterisiert Gruppenbildungen, die unter bestimmten Bedingungen und Zielsetzungen formiert werden.

Jeder Vogel kann ein Flugmanöver starten, das dann wie eine Welle den gesamten Schwarm erfasst und durchläuft. Um unentschlossenes und hektisches Flugverhalten einzelner  zu vermeiden, ist zur Abwehr von Raubvögeln die „synchrone Bewegung“ der Vögel zur Schwarmmitte hin gegeben.“

Fazit

Die Reaktion im Schwarm ist nach Meinung der Wissenschaftler dreimal so schnell, als wenn jeder einzeln auf die Flugänderung seines Nachbarn schaut…

Nestbau – eine „Wertarbeit“…

Betrachtet die unterschiedlichen Gebäue ihrer artlichen Nester, und weil ihnen ihre Arbeit niemand nachmachen kann, so müßt ihr ja bekennen, daß sie beides verständiger und künstlicher sind, als ihr Menschen selbst.

Das Wichtigste zuerst: den Ort, wo das Nest gebaut werden soll, wählen wegen der Sicherheit beim Brüten meist die Weibchen aus; der Nestbau ist dann gemeinsame Sache. Sie sammeln dünne Zweige und steht das Gerüst, kommt mit Gras und Moos, Blättern und Papier eine weiche Lage darauf. Es heißt aber auch, manche Weibchen suchen sich den Partner aus, der das beste Nest gebaut hat.

Viele Vögel bauen ihre Nester auf dem Boden, so wie der Uhu und die Wanderfalken; es gibt sogar Nester unter der Erde – z.B. Uferschwalbe und Bienenfresser. Möwen sind überhaupt nicht wählerisch; deren Nester findet man überall wo Platz ist – auf Sanddünen, Mauern und Gebäuden. Sogar schwimmende Nester gibt es, beim Blässhuhn – wie am Bodensee – und dem Haubentaucher. Nur einer baut kein Nest: der Kuckuck; der wirft angeblich in einem fremden Nest die gelegten Eier raus, dann ist Platz für die eigenen.

Fazit

Der Nestbau war bereits fester Bestandteil der Vogelwelt, als die Menschen noch nicht sesshaft waren…

Wer dem Adler geraten hat…

Wer hat dem Adler geraten, daß er den Adlerstein suchen und gebrauchen soll, wenn er seine Eier schwerlich legen kann?

Die Geschichte vom Adlerstein (lateinisch apis aquilae) ist uralt; es heißt, der Adler schiebe ihn seinem Weibchen ins Nest, wenn diese ein Ei legen wolle. Die im Stein eingeschlossenen Mineralien (deshalb auch Klappersteine genannt) wurden mit dem „keimenden Leben“ im Leib assoziiert; sie sollten während der Schwangerschaft am linken Arm getragen werden. Als „Baraka“ ist er in arabischen Ländern bekannt; dort nennt man ihn „Stein der Geburt“.

Der Jakobspilger Guillaume Manier begegnete einem Gesellen aus Reims, der ihm Adlersteine verkaufte; dieses „…hydrierte Eisenoxyd sei wirksam bei  Vergiftung, Pestilenz, Bauchweh, Brustfellentzündung und Würmern.“ Später hörte er noch von Schwalben- und Magnetsteinen, gut gegen Angst, Fieber und Kopfschmerzen – vor allem die rötlichen…

Fazit

Adlersteine wurden zu allen Zeiten von Menschen als „Amuletum“ verwendet – ist selbstverständlich beim Adler abgekuckt worden.

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Was Bienen und Bären verbindet

Gehet hin zu den Immen, und sehet, wie sie Wachs und Honig machen..

Sobald die Immen (Jungbienen) geschlüpft sind, putzen sie – zuerst sich selbst – und dann übernehmen sie Putzaufgaben im Stock. Danach werden sie zur „Ammenbiene“ für die nachfolgende Brut und bringen den Nektar der “Sammler” in die Zellen. Nach zwei Wochen werden sie „Baubienen“ – und das geht so: aus ihren Wachsdrüsen „schwitzen“ sie Wachsstücke, die sie mit dem Mund kneten. Zusammen mit ihrer „Spucke“ werden daraus Waben…

Und wer zeigt dem Bären, wie er sich von den Bienen solle schröpfen lassen?

Dass Bären Honig lieben, weiß jedes Kind. Und die Bienen wehren sich…

Schröpfen ist ein altbekanntes Heilverfahren; es kann schmerzlindernd wirken, reguliert und stärkt das Immunsystem und regt den Blut- und Lymphfluss an. Außerdem lösen sich Verspannungen der Muskulatur.

Fazit

Das sind keine wie von Menschen empfundenen Bienenstiche; sie werden durch den dicken Pelz gemildert, was durchaus als „schröpfen“ bezeichnet werden kann. Und das tut auch dem Bären gut…

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Wie Spinnen und Schlangen sich zu helfen wissen

Beschauet die mühsame Spinn, deren Geweb beinahe ein Wunderwerk ist! Welcher Jäger oder Fischer hat sie gelehret, wie sie ihr Netz ausspannen, und sich, je nachdem sie sich eines Netzes gebraucht, ihr Wildpret zu belaustern entweder in den hintersten Winkel oder gar in das Zentrum ihres Gewebs setzen solle?

Jeder, der das schon mal beobachtet hat, weiß: die Spinne geht beim Bau ihres Netzes systematisch vor. Aus den Spinnwarzen am Unterleib presst sie zuerst einen Flugfaden; daran wird das Radnetz aufgehängt. Das Ganze dauert noch keine halbe Stunde, dann ist das Netz fertig und wartet darauf, dass was zum futtern hineinfliegt; es ist Wohnung und Fangnetz in einem.

Schaut genau hin, die Konstruktion der Querfäden, die Abstände und wie geordnet sie gewebt sind; das ist genial, wie auf dem Reißbrett entworfen.

Fazit

Schon die Steinzeitmenschen konnten von der Spinne lernen, wie Flechtwerk einen Bau zusammen hält…

Wer hat die Schlang instruiert, daß sie soll Fenchel essen, wenn sie ihre Haut abstreifen und ihren dunkeln Augen helfen will?

Schon Ägypter und Griechen kannten die heilende Wirkung des Fenchel; Karl der Große soll sogar den Anbau gefördert haben. – Hildegard von Bingen sagt: „..wer Fenchel oder seinen Samen täglich isst, der vermindert den üblen Schleim oder die Fäulnisse in sich und bringt seine Augen zu klarem Sehen, von guter Wärme und von guten Kräften.“

Ebenso gut wirkt Fenchel bei Asthma und Bronchitis und Verdauungsbeschwerden; er hat krampflösende und blähungstreibende Wirkung auf die Darmmuskulatur.

Fazit

Fenchel wurde auch bei Bindehautentzündungen an den Augen eingesetzt; natürlich haben die Menschen dies von der Schlange erfahren…

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