… last but not least

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) gelang es im Rahmen seiner naturwissenschaftlichen Studien, die ursprüngliche Gemeinschaft allen menschlichen und tierischen Lebens nachzuweisen. In einem Brief resümiert er: „… daß man nämlich den Unterschied des Menschen vom Tier in nichts einzelnem finden könne. Vielmehr ist der Mensch aufs nächste mit dem Tier verwandt. Die Übereinstimmung des Ganzen macht ein jedes Geschöpf zu dem, was es ist, und der Mensch ist Mensch so gut durch die Gestalt und Natur seiner oberen Kinnlade, als durch Gestalt und Natur des letzten Gliedes seiner kleinen Zehe…“

(Foto: ProjektGutenberg/etext19994)

Auch Wilhelm Wundt (1832-1920) tritt entschieden gegen die Erhebung menschlichen Lebens über tierisches; Unterschiede zwischen Mensch und Tier sind nur graduell: „Die Thiere sind Wesen, deren Erkenntnis von der des Menschen nur durch die Stufe der erreichten Ausbildung verschieden ist. Alle beseelten Organismen bilden eine Kette gleichartiger, die fest zusammenhängen, in der nirgends eine Lücke bleibt“. Das geistige und seelische – gleichermaßen vorausgesetzte – Leben der Tiere entspricht dem der Menschen und ist je nach Lebewesen mehr oder weniger ausgeprägt: „Daß viele Thiere auch Mittel der geistigen Verständigung, eine Zeichen oder Lautsprache, besitzen, ist ebenso sicher.“

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Arnold Gehlen (1904- 1976); der zentrale Punkt im Denken Gehlens ist die Idee, der Mensch sei ein “Mängelwesen“. Er macht Tiere zum Maßstab des Menschen, vergleicht die menschlichen Fähigkeiten mit den tierischen und resümiert, dass dem Menschen die Spezialisierungen fehlen, mit welchen andere Lebewesen ihr Überleben zu sichern vermögen: „Der Mensch ist nicht wie die Tiere von Geburt an mit Instinkten ausgestattet. Ferner mangelt es ihm an einer organischen Ausstattung, die ihn vor Kälte, Hunger und Feinden schützt. Unter urtümlichen Bedingungen müsste er …als bodenlebend inmitten der gewandtesten Fluchttiere und der gefährlichsten Raubtiere schon längst ausgerottet sein“.

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Quelle: https://refubium.fu-berlin.de/

Author: Über die Klugheit der Tiere

Nach langen Wanderungen auf den Jakobswegen (siehe www.jakobsweg-der-freude.info) bin ich jetzt „Anwalt“ kluger Tiere – und am besten fühle ich mich als Teil der Natur...

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